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  • Shadow Tactics – Aiko’s Choice

    Zurück zu den Samurais

    Hätte man mich 2016 gefragt, welches Genre unbedingt ein Revival bräuchte, hätte ich mit meiner Antwort, Echtzeittaktikschleichspiele im Stile von Commandos und Desperados, wohl nicht unbedingt Popularitätspreise gewonnen. 

    Mimimi bietet ein kurzes aber sehr gutes Dessert der den Überraschungshit 2016.

    Dabei zeigte Commandos 1998 die Genialität der Spielidee. Ein kleiner Trupp Spezialisten gegen eine Übermacht feindlicher Soldaten. Ballern zwecklos, stattdessen muss man sich durch sorgfältiges Beobachten feindlicher Laufwege und gegnerischer Sichtkegel und gezieltem Einsatz der Fähigkeiten der einzelnen Figuren seinen Weg durch den Level bahnen. Wie beim Mikado nimmt man Stück für Stück Figuren aus dem Spiel, schafft so neue Möglichkeiten und arbeitet sich in Millimeterarbeit voran. Wenn die Wache dort hinten patroulliert, kann ich die andere mit dem Messer ausschalten, solange der Spion in Naziuniform den dritten Nazi ablenkt.

    Zum Glück teile ich meine Meinung mit einem kleinen Indiestudio aus München und so erschien Shadow Tactics.

    Das Spiel war perfekt. Nein, wirklich. Obwohl nur von einem kleinen Studio entwickelt, war das Spiel auf AAA Niveau hochpoliert, Leveldesign perfekt auf die Fähigkeiten der einzelnen Figuren abgestimmt. 2020 gab es mit Desperados 3 Nachschlag, aber das Samuraiszenario war doch irgendwie cooler.

    Umso besser, dass in diesem Jahr ein Stand-Alone- 

    Add-On für Dezember angekündigt wurde: Aiko’s Choice.

    In drei großen Missionen geht es zurück in die Welt von Shadow Tactics. 

    Neues sucht man vergebens, am Gameplay hat sich nichts geändert. Stattdessen hat Mimimi alle Ressourcen darauf verwendet, für die Fans des ersten Teils noch mal einen ordentlichen Nachschlag zu servieren, der beim Schwierigkeitsgrad auch zumindest im oberen Drittel der alten Missionen anzusiedeln ist.

    Alle Figuren des Hauptspiels kehren zurück:

    Ninja Hayato ist mit seinen Wurfsternen immer noch eine echte Hilfe, die junge Yuki kann Fallen stellen, Samurai Mugen nimmt es auch mit den dicken Brocken auf, Aiko kann sich verkleiden und so Gegner ablenken und der alte Takumi ist mit seinem Scharfschützengewehr auf lange Distanz eine echt Hilfe.

    Mimimi vermag es auch in diesem Spiel, Missions- und Fertigkeitendesign perfekt aufeinander abzustimmen. Besonders deutlich wird das in der zweiten Mission, dem Highlight des Spiels. Bei einer kleinen Inselgruppe sollen mehrere Kisten der Feinde zerstört werden, es stehen euch alle Figuren zur Verfügung. Problem ist nur: Mugen kann nicht schwimmen, weshalb er euch nur auf den ersten beiden Inseln zur Verfügung steht, Takumi ist auf dem Krähennests eines Schiffes gefangen, sein Gewehr reicht nur auf manche der Inseln. 

    Durch diese cleveren Beschränkungen muss bei jeder der Miniinseln neu gedacht werden, keine Strategie kann (anders als bei der manchmal übermächtigen Voodoofrau von Desperados 3) ad infinitum wiederholt werden. Es sind diese Ideen in Verbindung mit der durchdachten Gegnerplatzierung, die das Spiel so gut machen. Immer, wenn ich eine Insel abgeschlossen hatte und die nächste in Angriff nahm, war mein erster Gedanke, dass das nicht zu schaffen sein wird. Zu  perfekt decken die Gegner sich gegenseitig, es erschien unmöglich, jemanden aus dem Spiel zu nehmen. Bis man dann doch einen ersten Plan entwickelt, der meist scheitert, überarbeitet wird, dann noch mal am Timing scheitert, bis man endlich den ersten Gegner ausgeschaltet hat. 

    Es ist einfach unglaublich befriedigend, wenn ein erstellter Plan letztlich in die Tat umgesetzt werden kann und funktioniert. So beschert einem auch Aiko’s Choice große Endorphinmomente. Wenn man unter Einsatz aller Fähigkeiten der Figuren im perfekten Zusammenspiel wieder eine Gegnergruppe erledigt hat, ist das ein ähnliches Gefühl wie bei einem gefällten Dark Souls Boss.

    Dass das Spiel so hervorragend klappt, liegt auch an der Grafik im Comicstil, die sehr klar und lesbar(er als Desperados) ist, auch die Steuerung funktioniert nach wie vor tadellos , obwohl man so viele Figuren gleichzeitig steuert, ohne Lernen der Shortcuts geht aber wenig. Bedienungshighlight bleibt ein einfacher Planungsmodus, bei dem man einzelnen Figuren Aktionen zuweisen kann, die man dann auf Knopfdruck einzeln oder alle zusammen automatisch ausführen lassen kann. Nichts ist besser, als wenn durch sich die Figuren nach einem Tastendruck alle in Bewegung setzen und hinterher eine ganze Gruppe von Gegnern daniederliegt.

    Leider hält das Gefühl nicht lange an, die drei Missionen sind schnell absolviert, das Add-On bleibt ein Snack. Man kann nur hoffen, dass wir spätestens 2023 das nächste Mimimi Spiel bekommen. 

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